Teenage Response

ein Film von Eleni Ampelakiotou

eine now films morlock & ampelakiotou Produktion

Director´s Notes

„Jenseits von richtig und falsch gibt es einen Ort, dort treffen wir uns. “

Angesichts zahlreicher Dokumentationen und Features über jugendliche Lebenswelten, die den Medien oft genug in Drogenexszessen, Gewaltausbrüchen und pornografischer Promiskuität als Schlagzeile dienen, verwundert es, wie wenig Jugendliche dabei selbst zu Wort kommen.

Wie wenig sie nach ihren Bedürfnissen gefragt werden, nach dem was sie bewegt, jenseits gesellschaftlicher oder moralischer Konvention.

Fragen wir nicht oder vielmehr hören wir nicht zu, weil wir die Antworten fürchten, weil unsere Kategorien von richtig und falsch nicht ausreichen, weil unsere Vorstellungskraft nicht genügt, alle Ambivalenzen wahrzunehmen und auszuhalten? Weil wir Erwachsenen womöglich das Bild einer „unschuldigen“ noch „unreifen“ Jugend in uns tragen, und die Wirklichkeit sich weigert, sich in dieses Bild reinpressen zu lassen?

Immer wieder bemerkte ich bei Begegnungen mit Jugendlichen eine Offenheit, Ernsthaftigkeit und Reife, die mich überwältigte. In dem Augenblick in dem ich schwieg sprachen sie, in dem Augenblick in dem ich einfach nur zugewandt und anwesend war, ließen sie mich an der Fülle ihrer Innenwelt teilhaben.

TEENAGE RESPONSE ist ein Film, in dem Jugendliche selbst zu Wort kommen. Ein Resonanzraum, in dem ihre ganz persönliche innere Musik erklingt.

Ein Raum in dem alles möglich wird, jenseits von „richtig“ und „falsch“ . Ein Ort, an dem Licht- und Schattenseiten immer in gleichem Masse anwesend sind. In dem alles Düstere und Schmerzhafte, das scheinbar Unzuvereinbarende, nicht wegradiert werden muss,
sondern immer wieder auf das Andere verweist, auf das was sich hinter der Traurigkeit, der Angst, der Gewalt, dem Schmerz, verbirgt.

Bei allem was unsere Protagonisten erzählen, ist ihr Körper der Schnittpunkt, das Zentrum aller Freude und Lust, aller Gewalt und Leidenschaft, – das Forum, auf dem all das ausgetragen wird. Ob im Drogenrausch, bei Prügeleien, beim Tanzen, bei der Liebe, – sie sprechen von ihrem Körper, als einen Raum, in den sie gerade eingezogen sind, den sie gerade einrichten , mit dem sie experimentieren, um zu sehen, was er alles leisten und ertragen kann, wo die Angst anfängt und wo sie aufhört.

In unseren Gesprächen gewährten sie mir Einlass zu diesem „kostbaren Raum“, in dem sich ihre innere Fülle offenbarte. Sie ließen mich eintreten in ihren heiligen Ort, ihr innerstes Selbst.

Ihre Geschichten zeugen von einer Offenheit und Lebendigkeit, die wir Erwachsene oft zu leichtfertig nicht mehr zu beanspruchen wagen, im Schmerz, in der Freude und auch in der Liebe

Trotz ihrer verzweifelten Zerissenheit, ihrer Ungestümtheit, ihren grossen Gefühlen, scheinen mir diese Jugendlichen dem Leben, dem Lebendig sein mit aller Intensität, Schönheit, Härte und Weisheit, womöglich näher, als wir Erwachsenen, die oft glauben das Leben im Griff zu haben.

TEENAGE RESPONSE begegnet dreizehn jungen Menschen, die gerade dabei sind, das zu werden, was man „erwachsen“ nennt, was immer das auch sein mag.

Wir „Erwachsene“ können diese Frage oft selbst schwer beantworten.

Hört das „Wachsen“ irgendwann einmal auf?

Vielleicht können wir alle von diesen Jugendlichen lernen, was es bedeutet zu wachsen.

Vielleicht entdecken wir dabei, dass wir als „Erwachsene“ uns, in unseren Vorstellungen vom „erwachsen sein“ , weit mehr entfernt haben von unserem innersten Selbst, als dorthin zu gelangen.

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